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Gemeinsam denken, gemeinsam forschen, gemeinsam lernen.

Was ist das eigentlich und worum geht es dabei?

 

Sinn und Zweck eines Gesprächs – (Teil 2)

Definitive Übereinstimmung
statt Tolerierung unterschiedlicher Meinungen

• Diese Ansprachen sind so gedacht, dass wir während der kommenden Tage durch Diskussion – und ich hoffe, es wird uns gelingen, mit einer so großen Zuhörerschaft – zusammen zu einer definitiven Übereinstimmung zu kommen. Nicht zu einer Tolerierung, sondern zu einer Übereinstimmung, denn diese unterscheidet sich grundlegend von der Unzulänglichkeit, der Beschränktheit und dem intellektuellen Kunstgriff der Tolerierung. Wenn uns dagegen etwas daran liegt, wir wirklich darauf brennen, etwas herauszufinden, dann werden Sie nicht an Ihrer speziellen Lieblingstheorie festhalten und ich nicht an der meinen. Dann wird weder Ihre eigene Erklärung Ihren Durst stillen, noch werden Sie sich mit der meinen zufrieden geben; sondern wir werden zusammenkommen wie zwei Ströme, und mit Überlegung, mit Entschlossenheit und mit [voller] Absicht die notwendige Kraft aufbringen, die alle Fesseln, alle Hindernisse beiseite fegt, sodass wir klar sehen können. Doch dazu braucht es Denkvermögen und nicht gefühlsbetonte, neurotische Sentimentalität. Dazu braucht es Beharrlichkeit beim sorgfältig überlegten Untersuchen, kein Hinausschieben, kein: »Dies ist meine Meinung und das deine. Ich bleibe bei meiner, du bei deiner. Lass uns Freunde sein«.

Hitze und Kälte passen nicht zusammen. Licht und Dunkelheit können nicht zusammen bestehen. Nur der dunkle, unklare Geist erfindet die Wertschätzung der Toleranz. Wenn aber der Geist wahrhaft forscht, wirklich sucht, darum ringt, zu wissen, was ist, und alle Verkrustungen aus Erklärungen niederreißt, die er selber um sich herum geschaffen hat, wenn solches Ungestüm, so ein Ringen und Forschen da ist, dann werden wir es herausfinden.

aus Mitteilungen 15, Dezember 1937

Fragen ohne Antwort

• Ein Dialog ist sehr wichtig. Es ist eine Form der Kommunikation in der Fragen und Antworten weitergehen, bis eine Frage ohne Antwort bleibt. Dadurch bleibt die Frage zwischen den Personen in der Schwebe, die an diesem Fragen und Antworten beteiligt sind. Es ist wie eine Knospe, die unberührt aufblüht. … Wenn die Frage völlig unberührt bleibt vom Denken, so hat sie ihre eigene Antwort, weil die Fragenden und Antwortenden verschwunden sind. Dies ist eine Form des Dialogs, bei der das Untersuchen eine gewisse Intensität und Tiefe erreicht, die dann eine Qualität hat, die das Denken nie erreichen kann.

›A Religious Centre‹, KFI Newsletter, November 1998

 

Bearbeitung: Bernd Hollstein — Letzte Änderung: Di, 15. Feb 2011
Texte: © Krishnamurti Foundation of America + Krishnamurti Foundation Trust

Gemeinsam denken, gemeinsam forschen, gemeinsam lernen – Textsammlung für Gesprächsgruppen:

Vorbemerkung

• Thema oder Gegenstand beim gemeinsam denken, forschen und lernen

Intentionen

Grundlegende Erfordernisse

Unerlässliche Betrachtungsweisen

Sinn und Zweck eines Gesprächs

Teil 1

Teil 2

Anforderungen an die Teilnehmer