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Gemeinsam denken, gemeinsam forschen, gemeinsam lernen. Was ist das eigentlich und worum geht es dabei?
Anforderungen an die Teilnehmer Klarheit über die eigenen Intentionen • Damit also diese Gespräche fruchtbar sind, ist es zuerst notwendig, unsere eigenen Intentionen zu verstehen. Wenn wir uns anschauen, was in unserem Leben und in der Welt vor sich geht, so erkennen wir, dass die meisten von uns auf subtile oder grobe Weise mit der Ausweitung des eigenen Ichs beschäftigt sind. Wir gieren nach Selbstausweitung, jetzt oder in der Zukunft. Für uns ist das Leben ein kontinuierlicher Ausweitungsprozess des Egos durch Macht, Reichtum, Askese oder Entwicklung der Tugend und so weiter. Dieser Vorgang bedeutet nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für die Gruppe und die Nation Erfüllung, Werden, Wachsen und hat ständig zu großen Katastrophen und Elend geführt. Unser Streben bleibt immer im Rahmen des Ichs, wie groß und verehrt es auch sein mag. Wenn das Ihr Ziel ist und meines ein völlig anderes, so werden wir keine Beziehung haben, obgleich wir uns treffen. Dann wird unser Gespräch ziellos und wirr. Deshalb müssen wir uns zuerst über unsere Intentionen klar werden. Wir müssen uns darüber definitiv im Klaren sein, was wir suchen. Verlangen wir nach Selbstausweitung, dem ständigen Nähren des Ego, von ›Ich‹ und ›Mein‹ oder geht es uns darum, den Vorgang des Ichs zu verstehen und darüber hinauszugehen? Kann das Ausweiten des eigenen Selbst zu Verstehen oder Erleuchtung führen? Oder kann Erleuchtung oder Befreiung nur eintreten, wenn der Vorgang der Selbstausweitung aufgehört hat? Können wir uns selbst weit genug enthüllen, um erkennen zu können, in welcher Richtung unser Interesse liegt? Ojai 1946, Rede 1 Ernsthaftigkeit • Darum geht es uns und deshalb ist es eine ernste Angelegenheit, mit der man nicht spielen sollte. Wenn Sie das nicht interessiert, wenn es Ihnen nicht ernst ist, vergeuden Sie nicht Ihre Zeit damit, hierher zu kommen, es ist Energieverschwendung, und das meine ich auch so, denn dies ist sehr, sehr ernst, und es ist freiwillig, es ist nichts zu dem Sie überredet oder wofür Sie belohnt werden unsere Konditionierung dagegen beruht auf Belohnung und Bestrafung. Ojai 1977, Rede 1 Aus dem unmittelbaren Erfahren sprechen • Nun fragen Sie, ob es möglich ist, dass ich, während ich spreche, wirklich unmittelbar erfahre und nicht aus der [vergangenen] Erfahrung heraus antworte? Gewiss besteht ein Unterschied zwischen der Wiederholung einer [vergangenen] Erfahrung, die aus der Erinnerung hervorgeholt und in Worte gefasst wird, und der Freiheit des Erfahrens. … Ich möchte herausfinden, was Ehrgeiz bedeutet, alles, was damit zusammenhängt. Erforsche ich wirklich jetzt, während ich spreche, von neuem den ganzen Vorgang des Ehrgeizes? Oder führe ich noch einmal die gleiche Untersuchung über den Ehrgeiz durch, die ich gestern gemacht habe, was nur eine Wiederholung wäre? Ist es nicht möglich, jedes mal von neuem zu forschen, zu erfahren und sich nicht nur auf eine Aufzeichnung, auf die Erinnerung, auf die Erfahrung von gestern zu verlassen? Ist es nicht möglich, jederzeit zu blühen, jetzt, während ich spreche, ohne die ewig gleichbleibende Erfahrung von gestern zu sein, auch wenn ich Worte gebrauche, um mich mitzuteilen? … Es ist also wichtig nicht nur für mich, sondern für uns alle , dass wir herausfinden, ob wir den Geist davor bewahren können, dieser Speicher der Vergangenheit zu sein, und ob sich der Geist unerschütterlich auf den Wassern des Lebens halten und die Erinnerungen vorbeifließen lassen kann, ohne an einer bestimmten festzuhalten. Und wenn nötig diese Erinnerung zu nutzen, so wie wir es tun, wenn wir miteinander kommunizieren. ›Vollkommene Freiheit‹, Teil 3, Kapitel 5
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Bearbeitung: Bernd Hollstein Letzte Änderung: |
Gemeinsam denken, gemeinsam forschen, gemeinsam lernen Textsammlung für Gesprächsgruppen:
• Thema oder Gegenstand beim gemeinsam denken, forschen und lernen
• Unerlässliche Betrachtungsweisen
• Sinn und Zweck eines Gesprächs
• Anforderungen an die Teilnehmer