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Frühjahrstreffen 2012
Donnerstag, 7. bis Sonntag, 10. Juni 2012

Auf dieser dreitägigen Veranstaltung werden wir Gesprächskreise in Klein- und Großgruppen führen, wobei jeweils mit einem Videoausschnitt oder einer kurzen Lesung eines Textes von Krishnamurti begonnen wird.

Die Gesprächskreise werden als Dialog angeboten, als ein Gespräch unter Freunden, in dem wir soweit möglich

•  aus einer fragenden, forschenden Haltung sprechen und dabei die Gruppe als Ganzes einbeziehen,

•  aufmerksam zuhören, nicht nur den Worten, sondern auch dem Nichtgesagten, und uns immer wieder selbst zuhören, d.h. unseren inneren Kommentaren und Reaktionen.

Dieses Treffen wendet sich auch an Personen, die Krishnamurti erst vor kurzer Zeit entdeckt haben.

Thema: Leben als Denken – Leben als Gewahrsein

Das Denken ist die Grundströmung in unserem Leben. Hier, im Wissen und in unseren Erfahrungen, fühlen wir uns zu Hause. Wir versuchen das ganze Leben über Denken und Erfahrung zu erfassen, in Besitz zu nehmen. Doch wir scheitern damit und befinden uns häufig in Konflikt und Leid, empfinden unser Leben als unerfüllt oder gar sinnlos. All dem begegnen wir dann mit weiterem Denken. Krishnamurtis Anliegen ist, den Menschen von seiner Identifikation mit dem Denken zu befreien. Zwar hat Denken seinen Platz in unserem Leben, aber es bleibt in seiner Struktur begrenzt und ist selbst die Ursache einer Vielzahl von Problemen. Was aber bleibt uns dann? Wie können wir dem Leben vollständig begegnen? Es gibt eine andere Möglichkeit, die so elementar einfach ist, dass sie vom Denker, vom Ich, immer übergangen wird: es ist das unmittelbare Gewahrsein. Es ist dann da, wenn der Denker zutiefst spürt, dass er nicht weiß, wenn er bereit ist, alles Wollen und Kontrollieren zu lassen (siehe unten Textauszüge von Krishnamurti).

Diese beiden Grundbewegungen unseres Daseins, das Denken und das Gewahrsein, werden im Mittelpunkt unseres Zusammenseins und unserer Gesprächsgruppen stehen. Und letztlich kann es auch gar nicht anders sein, denn jedem Moment begegnen wir vorrangig entweder aus dem Denken heraus, oder aber aus einer Achtsamkeit, einem Gewahrsein heraus. Aber unsere normale Achtsamkeit ist oft nur ein suchendes Schauen, das immer noch von Motiven gesteuert ist. So stehen wir vor dem Paradox, dass lebendiges Gewahrsein einerseits das einfachste ist (weil es eben nicht ›gemacht‹ wird), andererseits nicht in Erscheinung tritt, weil das Denken es nicht lassen kann, kontrollierend einzugreifen und so jeden unserer Lebensmomente dominiert. Sicherlich wird dies auch während unseres gemeinsamen Treffens erlebbar sein, aber das unmittelbare Sehen dieses Sachverhalts ist vielleicht schon der Beginn einer neuen Achtsamkeit.

Von welch grundlegender und revolutionärer Bedeutung echtes Gewahrsein ist, wie es sich vom Denken unterscheidet, wie Denken ständig Gewahrsein verhindert, all das werden wir erleben und untersuchen und uns dabei auf Video- und Textausschnitte von Krishnamurti beziehen. Die nachfolgenden Textauszüge aus »Das Buch des Lebens« ergeben vielleicht einen ersten Eindruck des Themas in Krishnamurtis eigenen Worten.

Ich weiß nicht
Wenn man wirklich an den Punkt gelangen kann, wo man sagt: »Ich weiß nicht«, weist das auf eine außergewöhnliche Demut hin. Da ist keine Arroganz des Wissens, keine selbstsichere Antwort, die Eindruck machen soll. Wenn Sie wirklich sagen können: »Ich weiß nicht« – wozu nur sehr wenige Menschen in der Lage sind –, dann löst sich in diesem Zustand alle Angst auf, weil jedes Wiedererkennen, jede Suche in der Erinnerung aufgehört haben. Man sucht nicht länger im Bereich des Bekannten. Und dann geschieht etwas Außergewöhnliches. Wenn Sie mir bis hierher folgen konnten, und zwar nicht nur den Worten, sondern wenn Sie es wirklich erfahren, werden Sie feststellen, dass jegliche Konditionierung aufgehört hat, wenn Sie sagen können: »Ich weiß nicht.« Und in welchem Zustand befindet sich der Geist dann? …

J.Krishnamurti, Buch des Lebens, 20.Dezember

Passives Gewahrsein*
Im Gewahrsein gibt es kein Werden, es gibt kein Ziel, das zu erreichen wäre. Es gibt nur stilles Beobachten, ohne auszuwählen oder zu verurteilen, aus dem Verstehen erwächst. In diesem Vorgang, bei dem sich Denken und Fühlen frei entfalten – was nur möglich ist, wenn es weder darum geht, sich etwas anzueignen, noch darum, etwas zu akzeptieren –, stellt sich ein ausgeweitetes Gewahrsein ein. Alle verborgenen Schichten und ihre Bedeutung werden enthüllt. Dieses Gewahrsein offenbart jene schöpferische Leere, die man sich weder vorstellen noch in Worte fassen kann…

J.Krishnamurti, Buch des Lebens, 20. Juni

* Das englische Wort ist ›awareness‹, das sich mit ›Bewusstheit‹ oder ›Gewahrsein‹ übersetzen lässt.

Ein Geist ohne festen Halt oder Zufluchtsort
Sie brauchen einen neuen Geist, einen, der frei von der Zeit ist, der nicht mehr in zeitlichen und räumlichen Abständen denkt, der keinen begrenzenden Horizont hat, einen Geist, der keinen festen Halt oder Zufluchtsort hat. Sie brauchen eine solchen Geist, um nicht nur mit den immer währenden, sondern auch mit den unmittelbaren Problemen des Daseins umgehen zu können.
Deshalb geht es um die Frage: Kann jeder von uns einen solchen Geist haben?...

J.Krishnamurti, Buch des Lebens, 19.Oktober

 

 

Letzte Änderung: Di, 14. Feb 2012

Programmablauf

Donnerstag, 7. Juni

Abends, 19:30 – ca. 21:30 Uhr
großer Kreis (alle Teilnehmer)

• Begrüßung und Infos zum Treffen

• Video- oder Textauszug

• Anschließend Gelegenheit zur Aussprache

Freitag, 8. Juni

Vormittags, 9:30 – 12:00 Uhr
mit Kaffee-/Tee-Pause

• Video- oder Textauszug

• Anschließend Gesprächsgruppen

Nachmittags, 15:30 – 18:00 Uhr
mit Kaffee-/Tee-Pause

• Video- oder Textauszug

• Anschließend Gesprächsgruppen

Abends, 19:30 – ca. 21:30 Uhr
großer Kreis (alle Teilnehmer)

• Video- oder Textauszug

• Anschließend Gelegenheit zur Aussprache

Samstag, 9. Juni

Vormittags, 9:30 – 12:00 Uhr
mit Kaffee-/Tee-Pause

• Video- oder Textauszug

• Anschließend Gesprächsgruppen

Nachmittags, 15:30 – 18:00 Uhr
mit Kaffee-/Tee-Pause

• Video- oder Textauszug

• Anschließend Gesprächsgruppen

Abends, 19:30 – ca. 21:30 Uhr
großer Kreis (alle Teilnehmer)

• Video- oder Textauszug

• Anschließend Gelegenheit zur Aussprache

Sonntag, 10. Juni

Vormittags, 10:00 – 12:00 Uhr
großer Kreis (alle Teilnehmer)

• Video- oder Textauszug

• Anschließend Gelegenheit zur Aussprache

• Verabschiedung der Teilnehmer

 

Weitere Infos

>>> Organisatorische Details